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Bahnhofseinfahrt Connrath

Was ist TT ?

In meinen Augen: schlicht die 'optimale' Spurgröße für Modellbahn: Genau in der Mitte zwischen dem kleineren N und dem größeren HO angesiedelt, sind die Modelle noch groß genug, um auch an einem fahrenden Zug in der Landschaft viele Details zu erkennen - und gleichzeitig klein genug, um auch auf einer Heimanlage realistische(re) Landschaften nachbilden zu können. Nach einer zunächst wechselvollen 'Jugend' erlebt TT mittlerweile eine früher wohl für unmöglich gehaltene Blüte.

Rückblick auf mittlerweile fast 8 Jahrzehnte TT-Bahn.

Mitte der vierziger Jahre wurde in den USA die damals kleinste Modellbahn-Baugröße (1:120) entwickelt und "Table Top" genannt, weil sie so wenig Platz braucht, daß sie auf einen Tisch passt. Nach dem Krieg wurden TT-Modellbahnen in Westdeutschland von ROKAL populär gemacht. Die Idee: In den kleineren Wohnungen der Nachkriegszeit kam man im Maßstab 1:120 gegenüber der bis dahin kleinsten Spurweite H0 mit rund der Hälfte Platz aus. Der damalige Wirtschaftsminister Ludiwig Erhard zeigt sich auf der Spielwarenmesse 1957 von der Idee sehr angetan. (siehe Foto unten) Das Programm wurde stetig ausgebaut. 1968, lagen ROKAL - Packungen noch in vielen Spielzeug- geschäften und unter unserem Weihnachtsbaum. Auch noch in späteren Jahren konnte meine kleinen Modelle in Punkto Fahreigenschaften und Vorbildtreue selbst mit MÄRKLIN problemlos mithalten, wie Schulkameraden nicht ganz neidlos bemerkten. Allerdings gab es wenig Zubehör und plötzlich auch kein ROKAL mehr.

Ich war entsetzt ! Als Kind hatte ich keine Ahnung, dass inzwischen mit Spur N eine noch kleinere Spurweite der Spur TT zunehmend erfolgreicher Konkurrenz machte. Ich wußte nicht, daß bei ROKAL die TT-Produktion ein kleiner Nebenzweig eines traditionsreichen Armaturen- und Vergaserfabrikanten war. Ich spürte nur die Konsequenzen, als kurz nach dem Tod des Firmengründers die Vergaser- und Armaturenproduktion in wirtschaftliche Probleme geriet, das Werk an einen französischen Hersteller verkauft und die Modellbahn-Produktion eingestellt wurde. Ich wusste nicht, dass der der aufstrebende Modellbahn - Hersteller RÖWA alle Formen kaufte aber kurz vor Beginn der Produktion dann selbst Pleite ging und widerum von ROCO aufgekauft wurde, wo die alten Formen scheinbar sehr schnell in der Schrottpresse landeten. Ich wußte nichts von Zeuke in der damaligen DDR. Der wurde nach der Verstaatlichung als BTTB zum wohl größten Modellbahnhersteller des Ostblocks. Ich wusste damals auch nichts von Kleinserien- Herstellern, die weitermachten. Ich stieg um auf das größere HO, in der späteren Jugend verstaubte die Anlage, wurde abgerissen. Auf Flohmärkten weckten immer wieder alte TT-Modelle wehmütige Erinnerung.

Robert Kahrmann und Ludwig Erhardt

Mit der Wende wurde alles anders. Im Osten war TT mit den Produkten der Berliner TT-Bahnen (BTTB) bis zur Wende ausgesprochen weit verbreitet. Und siehe da: es geschah eins der wenigen Wirtschaftswunder der Wende: Die Produktion von TT Bahnen begann - von Berlin nach Sebnitz verlegt - unter dem Namen TILLIG wieder zu florieren, im Westen gründete sich mit JATT ein neuer TT-Fabrikant, der in erstaunlich kurzer Zeit viele Lokomotivmodelle auf den Markt brachte (aber einige Jahre später seine Produkte und Formen an Tillig verkaufte). Alte Modellbahnhersteller steigen neu in TT ein. (ROCO/ BRAWA/Gützold/Arnold/Piko) Jede Menge Kleinserien - Hersteller brachten eine Vielzahl von Modellen auf den Markt. Schließlich entstand auch ein größer werdendes Angebot an Zubehör, Größer als es selbst in früheren Blütezeiten jemals war.

BR 55 von JAGO in TT

Zeit der Konsolidierung Das Jahr 2000 brachte in mehrfacher Hinsicht eine erneute Wende. Jatt wurde von Tillig gekauft, der wenig später auch für die TT-Modelle von Roco den Vertrieb übernahm. Tillig wurde damit vorübergehend wieder zum einen, einzigen Systemanbieter für TT. Roco holte sich die Rechte an seinen Modellen aber ein paar Jahre später zwar zurück und brachte selbst noch einige Varianten in den Handel, spätestens seit dem Beinahe-Konkurs der Österreicher dementierten sie jahrelang jedoch jegliche weiteren Pläne in der Spur der Mitte. Gleichzeitig kündigen erst Brawa, dann Gützold an, daß sie ihr mit je einer Lokomotive gestartetes TT-Programm nicht weiter ausbauen wollen. Die Nachfrage wäre doch zu klein gewesen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, daß insbesondere bei BRAWA schon die Vorbildauswahl problematisch war. Die E 95 war ein wunderschönes Modell, keine Frage, doch vom Vorbild her schon eher ein Exot und nur auf wenigen Anlagen 'stilecht' einsetzbar. Und das zu einer Zeit in der eine ganze Reihe von Neuerscheinungen lang bedauerte Lücken schlossen und den Geldbeutel der TT-Fans strapazierten.

TT - Die Spur der 'Macher'. Was soll das nun heißen? Nun ja, wenn die Spur TT die langen Jahre der Dürre bis zur Renaissance überlebt hat, dann ist das zu einem guten Teil auch ein Verdienst treuer Fans, die immer auch vieles in die eigenen Hände genommen haben. Und da ist nicht nur der Eigenbau von Gebäudemodellen gemeint. Nach dem Ende von Rokal hatte sich der AKTT gegründet, ein reger Verein mit eigener monatlicher Zeitschrift (dem TT-Kurier) - Und immer wieder hatten auch TT-Fans begonnen, selbst als Kleinserienhersteller aktiv zu werden. Nach der Wende gab es mit Tillig dann wieder einen Großserienhersteller - und mit den früheren BTTB-Bahnern auch eine sprunghaft gestiegene Nachfrage - allerdings ein gegenüber N oder gar HO zunächst deutlich eingeschränktes Angebot: Doch gerade aus dieser Beschränkung heraus wurde die TT-Szene aktiv. Da war zunächst Peter Horn, kurz PEHO, der sich auf Produkte rund um die Kupplung spezialisiert hat. Kurzkupplungskulisse, Zubehör um alte TT-Fahrzeuge damit auszurüsten - und ähnliches wird nun seit Jahren per online-Vertrieb von ihm geliefert. Viele TT-Fans begannen sich über das Internet zu vernetzen, vor allem über das TT-Board, das nun auch schon einige Jahrzehnte online ist. Dann kam 'Siggi', den Usern des TT-Board gut bekannt, plötzlich mit der Ankündigung, er würde selbst eine Lokomotive in Großserie auf den Markt bringen. Er ließ sie bei Tillig konstruieren und herstellen und begann 2004 mit dem Vertrieb. Ab 2005 wurde das Modell in das reguläre Tillig-Programm übernommen. Das brachte DB-Freunde auf ähnliche Gedanken. So ergab es sich, daß ein anderer User des TT-Board (zusammen mit dem Händler 'Modist') eine DB-V100 auf Kiel gelegt hat. Zwar nicht made by Tillig (sonst kommen die ja gar nicht mehr zu eigenen Projekten) sondern bei anderen Firmen hergestellt. Aber auch dort in Kunststoffspritzguss und bester Großserienqualität. Und so schlossen sich immer mehr der noch verbliebenen Lückem im Angebot. DB-Epoche III

Das fast unglaubliche Jahr 2007 Eigentlich begann es schon im Jahr 2006. Decoderhersteller KÜHN stieg (ähnlich wie vorher Lenz) in den Fahrzeugbau ein und stellte als erste Neuheit neben dem DR'Holzroller', die E10 und E40 der DB in allerfeinster Großserienqualität auf die Schiene. Ende 2006 folgte der 'Hercules' - der praktisch zeitgleich auch von PIKO als Neuheit vorgestellt wurde. Die Sonneberger schoben im Sommer 2007 gleich noch den ICE3 nach. Mittlerweile folgten noch viele weitere Lokomotiven und einzelne Waggons. Eine kleine Firma namens KRES, die 2006 schon den Schienenbus der DR in TT vorgestellt hatten, brachte im folgenden Jahr den VT 18 in den Handel Man spezialisierte sich hier auf Triebwagen und baut das Sortiment kontinuierlich aus. 2018 folgte dann sogar noch der klassische Schienenbus der DB der VT98, samt Bei- und Steuerwagen.
Überhaupt: Im Herbst 2007 zündete ßlich eine ganze Reihe von Herstellern einen Neuheitenregen, mit dem die Spur TT schlagartig mit den etablierten Spurweiten gleich zieht: Kühn produziert seitdem nicht nur Lokomotiven und Decoder sondern auch Waggons und startete einige Zeit später sogar noch ein eigenes Gleissystem. MEHANO kündigte die moderne CLASS 66 und den Blue Tiger neu in TT an. ROCO kehrte (wenn auch nur vorübergehend) wieder in die Spur TT zurück, nahm die BR80 wieder ins Programm und brachte eine neue BR44 in die Läden - zusammen mit einer überraschend erschienenen BR 120 und der Ankündigung einer BR 18. HORNBY, der vor Jahren Arnold gekauft hatte und nun dessen N-Programm neu auflegte, kündigte ebenfalls Neuentwicklungen an. Parallel dazu brachte JAGO, die neue Firma von Jatt-Gründer Jürgen Jagoschinski kontinuierlich vor allem neue Dampflok-Modelle auf den Markt. Damit gab es plötzlich es derzeit für TT eindeutig mehr Neukonstruktionen als für die kleinere Spur N.

Jatt ETA 177 im Schuppen

Besonders erfreulich: Inzwischen gibt es auch eine beachtliche Auswahl an Gleissystemen. Tillig bietet ein Modellgleis an, dass in vielen Belangen dem von HO-Bahner hoch gehandelten 'Elite-Gleis' entspricht. Dazu gesellt sich ein Bettungsgleis mit identischer Geometrie. Auch KÜHN bietet inzwischen ein Gleissystem mit besonders ausgefeilter Geometrie, dass zwar bislang nur die grundlegenden Elemente (Weichen) enthält sich aber durchaus auch mit Tillig kombinieren lässt. 'TT-Filigran' produziert ein Gleis, das in seiner Vorbildtreue und 'Filigranität' in der gesamten Modellbahnszene einmalig sein dürfte: Vorbildgerechte Weichengeometrie, wahlweise Kusntstoff-oder Echtholzschwellen - und das sogar im Verhältnis zur Qualität sogar noch verblüffend preiswert. Da bleibt praktisch kein Wunsch mehr offen. Noch vor wenigen Jahren wärre das undenkbar gewesen...

...das Angebot wurde größer, vielfältiger und qualitativ hochwertiger als jemals zuvor. Inzwischen hat man mindestens so viel Auswahl, wie in N - Auch wenn gerade bei Epochen vor der deutschen Einheit gerade für DB-Fans noch manche Lücke besteht - auch wenn die Zahl der KFZ- und Gebäude-Modelle noch kleiner ist: sogar beim Zubehör geht es voran: Sowohl bei Oberleitung wie auch bei Signalen bleibt dank Vissmann und Sommerfeld kaum ein Wunsch offen, wobei es für verschiedene Sonderwünsche auch viele Produkte von Kleinserienherstellern gibt. Die Bevölkerung der Anlagen kann dank Preiser und Merten auch schon sehr vielfältig gestaltet werden. Allenfalls bei westdeutschen Automodellen sieht es noch mager aus. Dafür bietet bei den Gebäuden insbesondere Auhagen sehr schöne Neuentwicklungen. Aber auch Faller und Andere entdecken, daß viele angebliche HO-Modelle der letzten Jahrzehnte ohnehin viel eher TT entsprachen. Das ist auch der Grund warum man mit offenem Auge und Kit-Bashing ohnehin fast grenzenlose Möglichkeiten hat. Und gerade bei den Kleinserienherstellern, die für etwas mehr Geld in Messing arbeiten, erfreut sich TT zunehmender Beliebtheit. Auf meinen Anlagenfotos findet man manch unglaublich filigranes Geländer, Tor oder auch Biergartenstühle und manch ein schon vor zehn Jahren aus vermeintlichen HO-Teilen gebautes Haus.

Es soll der Modellbahnbranche im Moment ja nicht wirklich gut gehen. Aber TT scheint sich tatsächlich als einzige Spurweite zu entpuppen, in der noch Wachstum möglich ist. Und auch wenn die Zeit, in der vor allem noch Eigeninitiative gefragt war, damit allmählich wohl doch zu Ende geht: Schön war's und wir Fan's können uns nun endgültig dem Anlagenbau widmen :-) Zu dieser Entwicklung passt auch die Entscheidung des AKTT, den seit 42 Jahren bestehenden Verein zur Förderung der Spur TT aufzulösen. Gegründet und über Jahrzehnte in Westdeutschland aktiv, um nach dem Ende von ROKAL den Fortbestand der Spur TT im Maßstab 1:120 zu sichern... hat sich der Vereinszweck schlichtweg erlegt. TT hat überlebt und floriert! Vereinszweck erfüllt!

V 60 der DB, Kleinserie von Ingo Schwaetzer

Wie es weitergeht? Manch ein TT-Fan sieht die Entwicklung auch mit zwiespältigen Gefühlen: In den Jahren nach der 'Wende' war TT eher billig zu haben - heutige Neuerscheinungen liegen preislich doch im oberen Bereich des in der Branche üblichen: Ich trage es mit Fassung: dafür bekommt man inzwischen absolut konkurrenzfähige Ware, die allein schon wegen kleinerer Stückzahlen eben zwangsläufig etwas teurer ist. (Ausnahmen bestätigen die Regel, mit Piko und auch Kühn zeigen mittlerweile zwei Hersteller eindrucksvoll wie Loks in der 'Hobby-Preisklasse' aussehen können - ohne dabei an Qualität zu sparen. In der derzeitigen Wirtschaftsflaute und mit veränderten Freizeitgewohnheiten, hat die gesamte Modellbahnbranche harte Zeiten zu überstehen, Von Arnold über Lima bis Trix und LGB sind viele Traditionshersteller verschwunden oder aufgekauft, selbst große Markenhersteller straffen Programm und Belegschaft. Doch die Spur TT scheint mittlerweile als feste Größe im Markt etabliert zu sein, wobei der Markt sich offenkundig insgesamt durchaus verändert.

Modellbahn als Saisonartikel Zugegeben, das war jetzt zweideutig: Es liegt in der Natur der Sache, dass die Meisten sich vor allem in den kalten und nassen Monaten intensiver mit der Modellbahn beschäftigen. Auch der Umsatz der Hersteller scheint vor allem rund um Weihnachten besonders zu florieren. Doch die Bezeichnung Saisonartikel habe ich aus anderem Grund gewählt: Es zeichnet sich ab, dass viele Modelle nur noch eine gewisse Zeit lang produziert werden. Man stellt eine neue Konstruktion oder zumindest neue Version eines Modells vor, Davon werden dann einige tausend produziert. Und dann ist erst mal wieder Schluss. Erst Auslaufmodell, dann nicht mehr zu haben. Eine nicht ganz dumme Strategie, denn während man früher einfach auch mal ein paar Jahre warten konnte, bis man sich ein interessantes Modell gönnt, muss man jetzt schnell zuschlagen oder leer ausgehen. Und wer anschließend versucht, das Modell gebraucht bei EBAY oder sonstwo zu bekommen, zahlt fast absurd hohe Preise.

und als Wertanlage. Es ist mittlerweile auffällig, das gebrauchte TT-Modelle aus neurerer Produktion heute gebraucht oft deutlich höhere Preise erzielen, als Modelle anderer Spurweiten: Oft sogar höhere Preise als sie wenige Jahre vorher neu gekostet hatten. Ein Modellbahnhändler, der selbst auch immer wieder Sonderserien bei den Herstellern in Auftrag gibt erklärte kürzlich: Für spezielle Vorbilder, vor allem auch aus dem Bereich der früheren DB, gäbe es eben nur eine relativ übersschaubare Menge von Käufern. Da kann er inzwischen von speziellen Waggons zum Beispiel gut einhundert Exemplare in Auftrag geben und wir die relativ zuverlässig los, wenn er mehr bestellt, bleiben die im Lager. Andererseits: Wenn die Modelle dann Jahre später in Ebay auftauchen, kosten sie dort gern mal das doppelte des Neupreise. Resultat: Der Fan und Sammler greift nach Erscheinen relativ schnell zu und den Hersteller freut es. Der wartet dann ein paar Jahre und bringt erst später wieder eine bislang nicht zu habende Variante des Modells auf den Markt. Mit dem beginnt das Spiel dann von vorne. Ein bekannter Hersteller scheint dieses Prinzip nun auf die Spitze zu treiben:

Roco, der On / Off Hersteller! Roco hatte sich schon in den frühen 2000er Jahren mit ersten TT-Modellen in den Markt gewagt. Man präsentierte interessante Modelle, allerdings hat Roco in TT dabei in Bezug auf Qualität die Hoffnungen doch manchmal auch etwas enttäuscht. Rund um die damalige Insolvenz und den späteren Neuanfang wurde das TT-Sortiment aber wieder eingestellt, die Formen zumindest teilweise auch an Tillig abgetreten. Einige Jahre später holten die Österreicher sich die Formen zurück und starteten mit zusätzlichen neuen Modellen erneut in TT. Wieder erschienen einige wirklich schöne neue Modelle, das Sortiment wuchs, bis Roco dann 2018 erneut verkündete aus TT wieder auszusteigen. Es habe sich nicht wirklich gelohnt. Und nun Anfang 2021: Der erneute Wieder-Einstieg. Drei Lokomotivmodelle und Schwerlastwaggons aus früheren Jahren werden neu aufgelegt. Falls es sich lohnt, heißt es, kommen weitere Modelle. Mal sehen wie das weiter geht. Man kann nur hoffen das Roco sich da nicht verrechnet. Denn inzwischen ist die Zahl qualitativ hochwertiger Großserienanbieter mit regelmäßigen Neuheiten auch in TT so groß, dass ich persönlich vielleicht manches Vorbild als TT-Modell aber Roco eigentlich nicht mehr vermisse.

Chancen im Westen? Ein kleines Manko bleibt in der Idealen Spur. Es ist historisch gewachsen. Viele der TT-Modellbahner stammen aus den nicht mehr ganz so neuen Ländern, wo mit BTTB immer ein großer Anbieter existierte. Im Westen ist der Marktanteil doch deutlich kleiner. Das hat Folgen im Vertrieb. Kaum ein Händler im Westen ist bereit, sich noch ein zusätzliches Sortiment einer hier bislang eher unbedeutenden Spur in die Regale zu legen. Wer sich für die DB interessiert, also historisch Westdeutsche Vorbilder, muss erst mal einen Händler finden. Oder sich im wachsenden Onlinehandel umschauen. Man sieht im Westen nur selten mal TT-Modelle und hört dann oft das Argument:, dass für DB-Fahrer zu viele wichtige Vorbilder fehlen würden. Mit dem Jahr 2007 ist das für die moderne Bahn der Epochen V und VI definitiv vorbei - und selbst für die allseits beliebten Epoche III-IV sind längst genug unterschiedliche Vorbilder als Modell umgesetzt, um selbst große Anlagen angemessen zu betreibe. Was inzwishen so alles für DB-Schienen der Epoche III vorhanden ist, habe ich auf eigenen Seiten gesammelt. (Hier)

Die Zeiten haben sich ohnehin geändert: Der Text auf dieser Seite entstand erstmals in den frühen 2000er-Jahren. Lange her. Ich habe ihn immer wieder aktualisiert. Logisch ! Doch mittlerweile fällt eines auf: Das Hobby Modellbahn hat heute weniger Fans und hat sich fundamental geändert. Wenn ich in vorherigen Absätzen schrieb, dass viele Modelle nur noch kurze Zeit produziert werden, wer nicht direkt zugreift, ggf. auf Gebraucht-Angebote hoffen muss, dann gilt das schon lange nicht mehr nur für TT. Ich habe gerade mal - aus Neugier - auf die Seiten des HO-Platzhirsches Märklin geschaut. Unter lieferbaren Modellen werden aktuell 16 Dampflokomotiven aufgezählt. Darunter einige Vorbildlose 'freelance-Modelle' für Kinder, etwa eine Halloween-Lock die im dunklen leuchtet. Eine amerikanische Dampflok.. Echte Modelle gab es genau 9, davon allerdings drei in vereinfachter Start-Ausführung. Da gibt es in TT aktuell mehr Angebot.Dazu drei Diesellokomotiven mit einigen Lack-Varianten. Kein einziges Modell der klassischen DB. In TT gibt es da alle relevanten Vorbilder aktuell auch als Modell. Zugegeben,wenn man in HO auf Zweileiter-Gleichstrom fährt, wo sich ROCO inzwischen als Marktführer in Deutschland etabliert hat, sieht es etwas anders aus. Aber auch hier ist das Angebot kaum noch größer als in TT, auch hier wird manch einer auf der Suche nach der bestimmten, besonders wichtigen, Lok der gewünshten Epoche III oder IV, eben die klassissche DB nicht mehr fündig, muss auf Kleinserienherteller oder Gebraucht-Kauf hoffen. Insofern gibt es auch insofern kaum noch einen Grund, sich nicht gleich auf die 'ideale' Spur der Mitte zu begeben. :-)

BR 78 der DB von Jago

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