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Wann werden regenerative Energiequellen, Wind, Wasser, Sonne, oder auch Biomasse einen wesentlichen Teil unserer Energieversorgung wirtschaftlich übernehmen können? Schneller, als man heute denkt, wobei Probleme und Möglichkeiten bei den unterschiedlichen Formen alternativer Stromerzeugung doch sehr unterschiedlich aussehen.

Das Plusenergiehaus

August 2015: Mal wieder: Energiewende, Alles mit Strom Während einerseits der Ausbau von Wind- und vor allem Solarstrom von der Bundesregierung drastisch reduziert, fast schon gestoppt wurde, sorgt sie dafür, dass der Stromverbrauch in Deutschland möglichst nicht all zu schnell sinkt. Natürlich nicht offiziell: Aber was derzeit im Bereich Wohnungsbau als Energiewende betrieben wird führt genau dazu: Heizen mit Strom. Das Ziel ist ein 'energieautarkes' Haus, dass sich komplett selbst versorgt. Mit Solarzellen. Dann, so der Tenor, wäre ja auch eine elektrische Heizung umweltfreundlich. Doch die Autarkie ist letztlich Augenwischerei. Andere Methoden, mit denen dieses Ziel viel leichter erreicht werden könnte, bleiben auf der Strecke. Für PLUSMINUS habe ich mir zwei sehr unterschiedliche Ansätze angeschaut. Video - ab 14'57 Minuten

Dezember 2012: Ökostrom - zu teuer ? Strom wird im Jahr 2013 wieder mal teurer. Und wenn man den Äusserungen der Energiekonzerne glaubt - sowie den unzähligen Fernseh- und Zeitungsberichten in denen diese Aussagen ungeprüft weiterverbreitet werden - dann ist daran der ökostrom schuld. Vor allem der Solarstrom, der per Einspeisevergütung 'subventioniert' wird. Und die vielen neuen Leitungen, die zum Transport des Windstromes von Norden nach Süden neu gebaut werden müssen. Doch das ist allenfalls die halbe Wahrheit. Denn die Einspeisevergütung für ökostrom erklärt allenfalls die Hälfte der Strompreissteigerung in den letzten Jahren - und die Leitungen werden nur zum Teil für ökostrom neu gebaut. Für die Sendung 'markt' des WDR habe ich mich in einer Folge der Rubrik 'Scanner' mit drei Einzelbeiträgen mal wieder intensiver mit diesen Themen beschäftigt. Teil 1: Netzausbau / Teil 2: Preisbildung / Teil 3: Profiteure ?

1. Solarstrom

Rechnet man alle Dachflächen zusammen, könnte selbst Deutschland einen wesentlichen Teil seines Strombedarfes aus Solarenergie decken: Allerdings: Teurer kann man Strom kaum produzieren! Doch es ist beachtlich, wie schnell der Preis für Solarstrom gefallen ist. Musste man vor zehn Jahren pro Kilowattstunde Solarstrom noch mehr als einen Euro rechnen, so beträgt die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung im Jahr 2011 schon keine 30 Cent mehr! Durch die Förderung stiegen die Stückzahlen, sanken die Preise - ein voller Erfolg. Im jahr 2010 produzieren in Deutschland Solarmodule selbst an durchweg bewölkten Tagen so viel Strom wie zwei Kernkraftwerke, an sonnigen Tagen so viel wie acht AKW. Tendenz rapide steigend. Das ist den Stromkonzernen natürlich ein Dorn im Auge. Und der seit Jahrzehnten geführte Konflikt um die Zukunft der deutschen Stromversorgung geht in eine neue Runde

Oktober 2010: Solarstrom zu teuer? Kaum wurden die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert und die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für Ökostrom deutlich gesenkt, bekommt die Solarbranche neuen Gegenwind. Weil die Zahl der Solaranlagen drastisch gestiegen ist, mehr Einspeisevergütung gezahlt werden muss, kündigen die Stromkonzerne deutliche Preissteigerungen an. Wirklich nötig - oder Teil einer Kampagne gegen die Erneuerbaren ? Zusammen mit Monitor-Kollegen habe ich mir das genauer angeschaut - inklusive einer Studie des RWI, mit der die preistreibende Wirkung vermeintlich unsinniger Solarförderung schon seit Monaten argumentativ untermauert wird. Text und Video

Bild zu: Kampf um Solarförderung

Verstopft Solarstrom die Netze ? Etwa zeitgleich mit der Diskussion um die 'teure' Einspeisevergütung tauchte eine zweite Meldung auf: Der rapide Ausbau der Photovoltaicanlagen droht die Endverteilnetzte zu überlasten, diese müssten teuer ausgebaut werden. Konkret wurde das in Fröndenberg an der Ruhr. In einigen ländlichen Ortsteilen will der örtliche Netzbetreiber keine neuen Anlagen mehr an das Netz lassen, weil es überlastet sei und erst einmal teuer ausgebaut werden muss. Aber muss das wirklich sein ? Oder ist es (übertriebener) Teil einer Kampagne gegen den Sonnenstrom ? Text

Vor zwanzig Jahren habe ich Berichte gemacht, in denen optimistische Außenseiter hofften, man könne den Preis für Solarstrom vielleicht alle zehn Jahre halbieren. In vielen Interviews haben Vertreter der Energiewirtschaft von RWE bis SIEMENS das damals für unmöglich erklärt. Und doch: Im Jahr 1990 galt eine Anlage, die eine Kilowattstunde für rund drei Mark erzeugte schon als günstig: Im Jahr 1997 rechnete man noch mit knapp 1,90 DM. Wie die Finanzierung solcher Solarprojekte vor nicht einmal zehn Jahren geregelt war, zeigt dieser pdf fast schon antiquarisch anmutende Filmtext von 1997.

Bild: Solardach

Keine zehn Jahre später gibt es eine garantierte Einspeisevergütung, die inzwischen allerdings auf fast 40 Cent je Kilowattstunde gesunken ist. Doch damit erwirtschaften Solaranlagen schon den Zins für Ihre Anschaffung: also Gewinn. Bei größeren Anlagen, aber auch bei 'clever' errichteten Klein-Anlagen läst sich mit Solarstrom inzwischen Geld verdienen. Entsprechend sprunghaft steigt im Moment die Nachfrage, glücklicherweise aber auch die Produktion - und auch wenn steigende Nachfrage die Preise für Solarmodule periodisch sogar anheizt, wurde die "versprochene" Preissenkung bislang genau so eingehalten, wie die vor zwanzig Jahren noch verlachten Optimisten vorhergesagt hatten. Im Jahr 2002 konnte der Bau einer Solaranlage für größere Gewerbedächer wie für Privathaushalte schon durchaus profitabel sein Ein Beispiel dafür: Solarstrom vom HallendachPDF, warum ein Autoteilehändler sein Hallendach mit Solarpanelen deckt - und wie auch Privatleute rentabel Solarstrom erzeugen können. Ein Bericht für WDR Dschungel aus 2002.

Mittlerweile ist eine echte Solarindustrie entstanden mit zehntausenden von Arbeitsplätzen. Mit beginnender Massenproduktion beginnen die Preise für Solarmodule zu fallen. Entsprechend kann auch die Einspeisevergütung von Jahr zu Jahr fallen. Doch alle paar Jahre entsteht wieder eine Debatte, sie ganz abzuschaffen, zu ändern....... und prompt wird der Aufschwung der Solarwirtschaft wieder durch Planungsunsicherheit gebremst. Zum ersten mal berichtete ich 2002 in Dschungel vom Boom in Gefahr: pdf Die Fortführung der Einspeisevergütung wurde danach allerdings - vor der Bundestagswahl 2002 - doch noch mit den Stimmen zweier CDU-regierter Bundesländer beschlossen: Thüringen und Baden-Württemberg, zwei Länder mit viel Solarindustrie. Doch der Frieden währte nicht lange. Im Jahr 2004 begann Bundeswirtschaftsminister Clement dann aber unvermutet eine ganz ähnliche Diskussion mit ähnlichen Folgen, Dabei zeigte sich, dass er - wie die klassische Strombranche - mit falschen Zahlen pdf operierte

Bild: Windrad

2. Windenergie

Übrigens Die Kostenrechnung sieht schon heute in den sonnenreichen Ländern noch einmal viel günstiger aus. In Äquatornähe steht auch die Solarthermie vor einer Renaissance. Oft ist Solarstrom dort schon billiger als der Bau langer Stromleitungen, kann auch zunehmend im Preiskampf mithalten, dabei werden Offshore-Anlagen vor den Küsten noch einen gewaltigen Schub an Wirtschaftlichkeit bringen.Schon heute hat die Winkraft die traditionelle Wasserkraft in Punkto 'erzeugte Strommenge bundesweit überholt. Wenn in ganz Deutschland der Wind kräftig weht, liefern alle deutschen Windräder gemeinsam so viel Strom wie etwa fünf große Atomkraftwerke. Mittlerweile sind die ertragreichsten Standorte an Land weitgehend allerdings weitgehend ausgeschöPt. Obwohl ich persönlich Windräder häufig sogar als ästhetische Bereicherung einer Landschaft ansehe - zumindest weniger störend als Starkstromleitungen - muss sicher nicht jeder Landstrich mit Windrädern zugePlasttert werden Hier wird allerdings das 'Repowering' noch einige Zuwächse ermöglichen. Also der Bau moderner Anlagen der Megawatt-Klasse, an bereits bestehenden Orten, wo vorher deutlich kleinere Windräder standen. Das bedeutet natürlich: die bestehenden Stromnetze müssen an die neue Struktur der Stromerzeugung angepasst werden. Allerdings werden den erneuerbaren Energien dabei von den etablierten Konzernen teilweise Kosten in die Schuhe geschoben, die eigentlich aus ganz anderen Gründen entstehen.

Bild zu: Kampf um Stromleitungen

Mai 2010: Lange Leitung für den Wind? Weil an Nord- und Ostsee die Windkraft immer weiter ausgebaut wird und heute schon mehr Strom erzeugt, als im Norden gebraucht wird, hat die Bundesregierung beschlossen, dass die Stromnetze ausgebaut werden müssen. Bundesweit. Anwohner wehren sich. Zu recht? Schließlich werden die Leitungen doch für einen guten Zweck gebaut. Fragt sich nur, ob die Leitungen wirklich vor allem dem Ausbau der Windkraft dienen. Text / Video

3. Biomasse

gehört bislang auch zu den weithin unterschätzten Energielieferanen. Dabei geht es um Planzen, die beim Wachstum Kohlendioxyd aus der Luft aufnehmen und bei anschließender Verbennung (also Umwandlung in Energie) nur soviel des Treibhausgases abgeben, wie sie vorher aufgeommn haben. Biomasse ist also vollkommen klimaneutral. Wie ein Landwirt heute schon zum Energiewirt pdf werden kann war der Einstieg in einen mehrteiligen Themenschwerpunkt in WDR - Dschungel 2001.

Bild Ernte von Biomasse

Doch wo sollen 'entscheidende' Mengen an Biomasse herkommen, ohne Deutschland mit gigantichen Monokulturen zu überziehen ? Überraschenderweise kann gerade gerade konseqenter Biolandbau auf heutigen Ackerflächen eine große Menge Biomasse zusätzlich erzeugen kann. Ohne Düngen, und Spritzen und gerade deshalb mit Chance auf Wirtschaftlichkeit: mit einem Trick und 'Silage' pdf .

Damals habe ich übrigens das Bio-Energie-Dorf Jühnde pdf erstmals im Fernsehen vorgestellt, das im Oktober 2005 bundesweit Schlagzeilen machte. Nach jahrelanger Vorarbeit ist die Anlage inzwischen in Betrieb.

Übrigens: eine sehr schlichte aber heute schon perfekt funktionierende Form der Biomasse-Nutzung: Heizen mit Holz-Pellents pdf, vorgestellt in "WDR-Dschungel" 2001.

4. Die Brennstoffzelle

wurde dagegen von mir (und anderen) kurzfristig sicher überschätzt. Ihr Potential ist groß, doch vor einer massenhaften Einführung sind wohl doch noch ein paar mehr Probleme zu lösen, als es rund um den Jahrtausendwechsel aussah. Damals kam sie - durchaus mit meiner Mitwirkung - erstmals bundesweit ins Gespräch:

Meine erste Begegnung mit dieser faszinierenden Technik hatte ich während eines Dreh's über den künftig geplanten 'Kohlendioxydhandel'. Genauer. in der Börse von Chicago, wo bereits seit Jahren mit Emissionsrechten für den amerikanischen Markt gehandelt wurden. Dort traf ich zufällig auf den alternativen Nobelpreisträger 'Amory B. Lovins', wir kamen ins Gespräch, nahmen ein spontanes Interview über die Zukunft der Energiepolitik auf - und er stieß mich mit der Nase auf das, was wenig später zu einem dreiteiligen Dschungel-Schwerpunkt wurde:

Wagen tankt Wasserstoff

Teil 1 pdf zeigt den Entwicklungsstand im Bereich Automobiltechnik 1999

Teil2 pdf zeigt den Entwicklungsstand stationärer Stromerzeugung 1999

Teil3 pdf zeigt die Vision, was daraus langfristig entstehen kann.

Im damaligen Kontext war übrigens auch ein Bericht für Plusminus sehr spannend , der das bereits geschilderte knapp zusammenfasst und außerdem über die energiepoltische Bedeutung dieser Vision einige überraschende Aussagen des damaligen Wirtschaftsminister Werner Müller enthält. Bei alledem fragt sich natürlich, woher der Wasserstoff eigentlich kommen soll. Da gibt es neben der in den vorstehenden Artikeln bereits geschilderten Reformation aus Erdöl oder der Elektrolyse aus (möglichst regenerativ erzeugtem) Strom noch andere vielversprechende Methoden. Zum einen die Produktion des Wasserstoffes aus Biomasse (siehe vorheriger Absatz:Wasserstoff vom Allesfresser - oder auch ganz neu: Wasserstoff aus dem Gartentank. Das ist spannende Grundlagenforschung mit langfristig (!) revolutionäen Möglichkeiten

Schnitt durch eine Erdwärmebohrung
Bild Blume vor Bohrgestänge

5. Erdwärme, Geothermie

ist ein auf den ersten Blick nicht ganz so revolutionärer, aber für die Zukunft möglicherweise auch bedeutsamer Weg der Energiegewinnung. Schon heute kann man warme Thermalwässer in einigen Teilen Deutschlands zum Heizen pdf nutzen. Auch die Stromerzeugung mit Geothermischer Energie ist in Österreich seit Jahren erprobte Technik. Jahr für Jahr werden außerdem im Elsässischen Soultz die Arbeiten an einer Hot-Dry-Rock- Anlage pdf vorangetrieben, die schon mittelfristig in größerer Zahl zur Stromerzeugung gebaut werden soll und ein gutes wirtschaftliches Potential erreichen kann. Die Bundesregierung hat sogar im erneuerbaren-Energie-Gesetz eine Vergütung bon 17,5 Pennig für jede Kilowattstunde Strom ausgelobt. Dabei kann Stromerzeugung mit Hilfe neuartiger ORC-Turbinen sogar aus 'Thermalwässern' gewinnen, deren Wärme man heute schon zum Heizen nutzt und die man in weiten Teilen Deutschlands findet. Selbst für kleinere Gebäude können Erdwärmepumpen zur Wärmegewinnung nützlich sein. Mit Hilfe neuer Piffiger Ideen, läßt sich auch aus der guten alten Erdwärmepumpe auch jede Menge Energie gewinnen um gerade Bürogebäude bei Bedarf auch zu zwecken des Kühlens pdf aus dem Fundament.