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Öl, Kohle, Gas, Uran - die Stoffe, denen wir Wärme, Strom und Mobilität verdanken, sind nur begrenzt vorhanden und schädigen das Ökosystem unseres Planeten in vielfältiger Weise. Während das Öl für Mobilität noch unverzichtbar ist, wurde sein Marktanteil beim Heizen schon von Erdgas überrundet, bei der Stromerzeugung teilen sich Atomkraft, Stein- und Braunkohle recht einträchtig den Markt. Aber wie könnte eine zukunftsfähige Energieversorgung der kommenden Jahrzehnte aussehen?

Kann Atomkraft das Klimaproblem lösen ?
Obwohl Kernkraft selbst nur indirekt (und sehr wenig) CO2 erzeugt, ist sie in meinen Augen keine Lösung. Um mit Ihr global eine wesentliche Verringerung der Kohlendioxydemission zu erreichen, müßten hunderte von AKWs neu entstehen. Die würden in ihrer Summe dann auch bei optimistischen Statistiken ein erhebliches Unfallrisiko darstellen und insgesamt auch eine nicht mehr zu bewältigende Menge an nuklearem Abfall erzeugen. Weil gerade Schwellenländer nur nachvollziehen, was Industrienationen vorexerzieren, sollten wir unsere knappen Finanzmittel darauf konzentrieren, schnellstmöglich effzientere Kraftwerkstypen und verstärkt regenerative Energiequellen zu nutzen. Wie ich mit Hilfe des Wuppertal-Institut für schon in den frühen neunziger Jahren für die ARD-Sendung Globus untersucht habe, würde ein <Ausstieg aus der Atomenergie pdf nicht nur Geld freisetzen um den ökologischen Umbau der Stromversorgung zu beginnen - er wäre auch ohne zusätzliche Kohlendioxydemissionen möglich.

Symbol für Strahlung

Manch einer stellt mir dann die Frage, warum wir aus der Kernenergie aussteigen sollten. Vielleicht bin ich durch eine Jugend in den siebziger und achtziger Jahren geprägt, vielleicht auch durch Harrisburg und Tschernobyl, aber ganz sicher auch durch Recherchen über die Gefahren der <Endlagerung PDF Wer langfristig wirklich große Teile der globalen Energieversorgung decken wollte, müsste wegen der doch schnell absehbaren Endlichkeit der Uranvorräte ohnehin schnell in das 'Brüten' und die Wiederaufarbeitung einsteigen - nd damit die Probleme noch einmal potenzieren. Und die <Kernfusion ? PDF Eine ernsthafte Beschäftigung mit deren Abfallproblemen ließ mich auch da ausgesprochen skeptisch werden.

2011: Endlich Atomausstieg! Ich muss zugeben. Auch wenn der Anlass in Japan natürlich ganz sicher kein Grund zur Freude war - die Konsequenz, die in Deutschland gezogen wurde ist in meinen Augen eindeutig erfreulich. Zumal just Kanzlerin Angela Merkel vorher ja noch alles daran gesetzt hatte, die Atomkraft in Deutschland am Leben zu halten.

Bild zu:teurer Atomausstieg?

Teurer Atomausstieg? Eine spektakuläre Kehrtwende: Kanzlerin Merkel, die noch kürzlich die Laufzeit der Atomkraftwerke deutlich verlängern ließ, probt nach Fukoshima nun den schnellen Ausstieg. Und schon läuft die Propaganda- maschine: wird landauf landab spekuliert, wie furchtbar teuer der nun wird. Belastbare Zahlen dazu gibt es kaum - und die wenigen Berechnungen die es gibt, sagen nur geringe Strompreisanstiege voraus - selbst wenn sie von Atomkraftbefürwortern stammen bzw von der Bundsregierung vor kurzem noch als 'Argument für die Laufzeitverlängerung' benutzt wurden. Die bislang veröffentlichten Zahlen habe ich - zusammen mit H.C. Schultze für Plusminus zusammengetrgen. Text / Video

Bild zu: Restrisiko?

Wie groß ist das Restrisiko Ein 'Größter anzunehmender Unfall' sei - so erzählte und die Atomwirtschaft jahrzehntelang nur alle zigtausend Betriebsjahre zu erwarten. Also so gut wie nie. Inzwischen erlebt die Welt gerade ihren dritten Gau und möglicherweise zweiten 'SuperGau'. Nun gibt es in deutschland keine Tsunamis und nur schwächere Erdbeben. Entwarnung ? Das kommt darauf an, denn deutsche AKW sind auch für schwächere Erdbeben ausgelegt als etwa japanische. Und weder Stromausfälle noch Kühlmittelprobleme sind in Deutschland unmöglich - nicht einmal Vulkanausbrüche. Für Plusminus habe ich in deutschland mögliche Szenarien vorgestellt - und mir die offiziellen Wahrscheinlichkeitsdaten der Atomwirtschaft mal etwas genauer angeschaut. Text / Video

Erdgasbetriebene Kraftwerke werden eine immer größere Rolle spielen - wohl auch große GUD-kraftwerke, die zwar ohne Kraft-Wärme-Kopplung aber mit einem für Großkraftwerke hervorragenden Wirkungsgrad einen steigenden Anteil zum Strom-Mix leisten können. Die Kohle-Lobby wehrt sich noch dagegen. Die Art und Weise wie sich die Kohlelobby der SPD gegen die von den Grünen vorangetriebene steuerliche Gleichstellung gewehrt hat, kann nur als <energiepolitische Farce gewertet werden.

Haus mit Bergschaden

Welche volkswirtschaftlichen Verrenkungen die Kohle-Lobby in Kauf nimmt, zeigte sich übrigens besonders drastisch beim Streit um den Kohlebergbau unter dem Niederrhein. Das Ende der <Zeche Walsum PDF ist inzwischen zwar beschlossene Sache. Aber bis zuletzt hatte die DSK in Kooperation mit der noch SPD-geführten Landesregierung diesen Aberwitz doch vehement vorangetrieben.

Welche Rolle spielt Kraft-Wärme-Kopplung? Eine immer noch viel zu Kleine. Die Nutzung der Kraftwerksabwärme zu Heizzwecken macht Heizkraftwerke und BHKWs zur umweltfreundlichsten Möglichkeit mit fossilen Brennstoffen ökologisch sinnvoll Strom zu erzeugen. Auch wirtschaftlich hat Kraft-Wärme-Kopplung selbst in <Kleinstanlagen ein gutes Potential: Sofern ganzjährige Wärme-Abnehmer zu finden sind , können sich Blockheizkraftwerke auch gegen Billigstrom behaupten. Manche Unternehmen stellen Ihnen derartige Anlagen per <Contracting-Finanzierung in den Keller. für kleinere Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe gibt es übrigens ein erstaunliches <Mini-BHKW zu kaufen, das die normale Heizanlage ersetzt. Eine ähnliche Anlage wird seit kurzem auch von <Valentin Ecopower angeboten, wobei diese Anlage sogar in noch kleineren Gebäuden sinnvoll einsetzbar ist.

Das Hauskraftwerk Bislang gibt es einige zehntausend solcher Anlagen, in kleiner Serie gefertigt und vor allem in größeren Gebäuden sinnvoll einsetzbar. Nun will der Ökostromanbieter 'Lichtblick' zusammen mit VW dieser Technik zum durchbruch verhelfen. Für 'markt' habe ich mir die Prototypen und die dahinter stehende Idee genauer angeschaut. TEXTpdf

Der Anteil der regenerativen Energien liegt in der Stromerzeugung schon am höchsten, aber auch dort noch im einstelligen Prozentbereich. Welche Chancen und Potentale einzelne Arten regenerativer Stromerzeugung bieten, habe ich auf einer anderen Seite zusammengefasst (siehe links im Menü. Zum Thema Energie-Mix hier nur ein wichtiger Aspekt: Die Verfügbarkeit:

Die Energiewirtschaft argumentiert: Weil Wind und Sonne nicht nach Bedarf steuerbar sind, muss immer auch konventionelle Stromerzeung in Reserve gehalten werden. Das ist nur scheinbar wahr: Selbst wenn Lokal immer wieder kurze Flauten oder Wolken die Stromausbeute senken.... meist ist das lokal sehr unterschiedlich, so das z..B. an wechselnd bewölkten Tagen der Ertrag aller Solaranlagen einer Region schon wieder recht konstant ist. Flächendeckende Wolken oder Flaute sind eher selten. Vor allem aber, die verschiedenen regenerativen Energien können sich dabei gut gegenseitig stützten. Die höchste Solarstromausbeute hat man im Frühjähr und Sommer - und das meist auch in den Mittagsstunden - also just zu den Tageszeiten, wo auch die Stromnachfrage am höchsten ist. Der stärkste Wind weht im Herbst und Winter. Biomasse dagegen hat das ganze Jahr über Saison, Biomassekraftwerke erzeugen sogenannte Grundlast. wobei sie ähnliche wie Kohlekraftwerke durchaus hoch und 'runtergefahren' werden können. Gerade dezentrale BHKWs erzeugen den Strom wegen der gleichzeitig gelieferten Wärme den Strom genau zur nachfrägestärksten Zeit , an winterlichen Mittagen. Auch geothermische Kraftwerke erzeugen Grundlast - und zwar grundsätzlich, Sie würden ohne Pause konstante Strommengen liefern, ähnlich wie ein Atomkraftwerk.
So bieten die erneuerbaren Stromerzeugungsmethoden durchaus eine Chance auf einen ganz eigenen Mix, bei dem zwar immer noch einige 'Reserven' vorgehalten werden müssen, aber lang nicht so viel und so teuer, wie die konventionellen Kraftwerksbetreiber behaupten. Gleichzeitig würde aber eine zunehmend dezentrale Stromerzeugung das Risiko von Ausfällen deutlich mindern. Auch heute müssen die Stromerzeuger Reservekapazitäten vorhalten. Wenn kurzfristig ein AKW oder großer Braunkohleblock vom Netz genommen werden muss, fehlt schlagartig so viel Strom, wie eine Großstadt verbraucht - auch dafür muss Regelkapazität vorhanden sein. Bei zehntausenden von Kleinanlagen können technische Pannen an Einzelgeräten lokal ausgeglichen werden, kann immer ein gewisser Prozentsatz kurzfristig 'offline' sein, ohne dass dies auffallen würden. Auch der Aufwand für Ferntransport des Stromes würde zunehmend sinken.